Sehr geehrte Herren Landesjägermeister-Stellvertreter, werte Vorstandsmitglieder!
Sehr geehrte Herren Bezirksjägermeister, geschätzte Jägerinnen und Jäger!

 

Wildtiermanagement in der Steiermark: 
Balance zwischen Schutz und Eingriff

Am 10. April fand in der Landesjägerschaft eine Pressekonferenz mit Landesrätin Simone Schmiedtbauer, Landesjägermeister Franz Mayr-Melnhof-Saurau und Dr. Hubert Zeiler zu den aktuellen Themen der Steirischen Jagd statt.

 

"Wildmanagement ist keine liebgewonnene Freizeitbeschäftigung, sondern ein gesetzlicher Auftrag. Ziel ist es, das Gleichgewicht zwischen Mensch, Wildtier und Lebensraum in einer intensiv genutzten Kulturlandschaft zu sichern." LJM Franz Mayr-Melnhof-Saurau 

 

Rund 25.000 Jägerinnen und Jäger übernehmen diese Aufgabe landesweit – organisiert in der Steirischen Landesjägerschaft als Körperschaft öffentlichen Rechts – vergleichbar mit den Strukturen der Freiwilligen Feuerwehr Steiermark. Die etwa 2.500 Reviere der Steiermark erfüllen die Aufgabe großteils ehrenamtlich, aber mit professionellem Anspruch. Ihre Arbeit basiert auf laufendem Monitoring, wissenschaftlicher Forschung und fundierten Datenanalysen. Denn: Ohne Daten keine Entscheidungen – und ohne gezieltes Management kein Gleichgewicht.

Klar ist: Ein natürliches Gleichgewicht entsteht nicht von selbst in einer Kulturlandschaft. Ohne aktives Management würden Wildbestände lokal stark anwachsen – mit Folgen für Wälder, Landwirtschaft, Verkehrssicherheit, und letztlich auch für die Biodiversität.

 

Für das Jahr 2026 setzt die Steirische Jagd klare Schwerpunkte: Sicherheit, Wildmanagement sowie die Förderung der Jungen Jagd Steiermark.

 

Wildmanagement schützt mehr als die Gesundheit der Wildtiere selbst: Es sichert Wälder, Landwirtschaft, Gesundheit und Artenvielfalt. Es ist systemrelevant, wissenschaftlich fundiert und flächendeckend wirksam – getragen von tausenden engagierten Menschen in der Steiermark.

Wildmanagement in Zahlen

In der Steiermark wurden im Jahr 2025 49 Nachweise des Goldschakals erbracht. Die Art ist mittlerweile flächendeckend verbreitet und zählt zu den etablierten Raubwildarten; auch Reproduktionen konnte nachgewiesen werden.

Im heurigen Oktober findet in der Steiermark, Salzburg und Kärnten und die länderübergreifende Gamszählung statt. Dabei waren im Zuge der vergangenen Zählung allein in der Steiermark über 2.300 Personen in die Zählung involviert und über 37.700 Stück Gamswild konnten erhoben werden. Damit fand die größte Wildstandserhebung Mitteleuropas statt.

Die Steirische Jagd erfüllt mit der Abschusserfüllung einen gesetzlichen Auftrag. Im Jagdjahr 2025/2026 lag die Erfüllung dieses Auftrages beim Rotwild bei 98,3%, beim Gamswild bei 86,1% sowie beim Rehwild bei 98,9%

Die Erblast der Steinböcke: Steinwildprojekt

Das Steinwild war Ende des 19. Jahrhunderts beinahe ausgerottet und überlebte nur mit rund 200 Tieren im heutigen Nationalpark Gran Paradiso; alle heutigen Bestände gehen auf wenige Wiederansiedlungen zurück. Das Steinwild der Steiermark wurde im letzten Jahr genetisch untersucht. In der Steiermark leben aktuell wieder über 2.000 Tiere in acht weitgehend isolierten Populationen – mit dem Hochschwab als stärkstem Bestand –, die Untersuchungsergebnisse zeigten die Notwendigkeit von sogenannten Blutauffrischungen auf. Dafür soll in Abstimmung mit der Universität Zürich teilweise Steinwild aus der Steiermark selbst verwendet werden, aber auch mit dem Kanton Wallis ist man bereits im Gespräch.

Auerhuhn, Birkhuhn und Windkraft

Auer- und Birkhühner sind auf spezialisierte Lebensräume angewiesen; in der Steiermark werden rund 4.000–4.500 Auerhähne sowie etwa 6.000 Birkhähne in mehreren Teilpopulationen erfasst und durch Jägerinnen und Jäger jährlich gezählt. Die Bewertung ihres Erhaltungszustands dient als Grundlage für Raumordnung und notwendige Lebensraumschutzmaßnahmen. Besonders gefährdet sind stark fragmentierte Vorkommen am Alpenostrand. Gleichzeitig überschneiden sich geeignete Standorte für erneuerbare Energie häufig mit diesen sensiblen Lebensräumen. Die zentrale Herausforderung besteht darin, den Ausbau erneuerbarer Energie mit dem Erhalt überlebensfähiger Populationen in Einklang zu bringen. Entscheidend ist, Lebensräume frühzeitig zu sichern bzw. Ersatzmaßnahmen vor Eingriffen umzusetzen.

Projekt Wildtierschutz und Verkehrssicherheit 

Projektleiter Dr. Wolfgang Steiner informiert:

 

FUNKTIONSKONTROLLE OPT/AK WILDWARNGERÄTE

 

Eine genauere Funktionskontrolle eingesetzter Optisch/Akustischer Wildwarngeräte sollte 2x jährlich (Frühjahr und Herbst) durchgeführt werden, um die einwandfreie Funktion der Geräte über die Zeit gewährleisten zu können. 

Wildwarner verfügen über Solarpanele. Die darüber gewonnene Energie wird bei Geräten der Firmen IPTE und WIWASOL/BPM in Akkus gespeichert. Der Akku dient hier als Puffer, um den Betrieb während der Nacht und bei trüber Witterung sicherzustellen.

Akkubetriebene Geräte erkennen durch Sensoren herannahendes Scheinwerferlicht und lösen dann einen akustischen Warnton und LED-Lichtsignale aus.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen der Betriebsdauer (wie lange hält eine Ladung?) und der Gesamtlebensdauer (Verschleiß -wann muss der Akku ersetzt werden?). 

Entscheidende Einflussfaktoren für die Gesamtlebensdauer sind: Gerätetyp, Standort (z.B. Schatten), Temperatur und Auslösehäufigkeit.

 

Wichtig ist, dass der Akku das Gerät eine ganze Nachtlänge versorgen kann, bevor er bei Tageslicht wieder über die Solarzelle nachgeladen werden kann. Langjährige Erfahrungswerte zeigen eine volle Akku-Nachtleistung von +/- 6 Jahren – je nach Ausprägung der genannten Einflussfaktoren.

 

Um eine volle Funktion über eine ganze Nacht hinweg feststellen zu können, ist es wichtig die Funktionskontrolle durchzuführen kurz BEVOR es hell wird.

Eine Funktionskontrolle kurz nachdem es dunkel geworden ist wäre falsch und nicht zielführend, da dann auch sehr alte Geräte mit noch wenigen Prozent Ladung auslösen und irrtümlich als voll funktionsfähig eingeschätzt werden. Es ist naheliegend, dass eine Kontrolle in langen Nächten (Spätherbst bis Frühjahr) sinnvoller ist, als in sehr kurzen Sommernächten.

In der Regel erkennt man bei Befahren der Strecke erfolgreiche Auslösungen (blaue Blitzlichter) sehr einfach. Im Zweifelsfall und für die Kontrolle des Akustischen Signals empfiehlt sich eine Kontrolle zu Fuß mit Taschenlampe als Scheinwerferersatz.

 

Wird KEINE Auslösung festgestellt kann das 3 Gründe haben:

1) das Gerät wurde bei Montage nicht eingeschalten 

2) das Gerät ist sichtbar oder nicht sichtbar beschädigt

3) der Akku des Gerätes hält keine ganze Nacht mehr durch

 

Bei 1) Demontage und einschalten! Für 2) und 3) gibt es im Rahmen des Projektes "Wildtierschutz und Verkehrssicherheit Stmk." ein 2/3 gesponsertes und sehr kostengünstiges Service/Reparatur/Akkutauch Programm – dazu bitte mit der Projektleitung Kontakt aufnehmen. Reviere ohne Projektteilnahme wenden sich bitte eigenständig an den jeweiligen Hersteller.

FACE Newsletter

Dieser monatliche Bericht, herausgegeben von der Europäischen Föderation für Jagd und Naturschutz (FACE), bietet Mitgliedern, Interessengruppen und Unterstützern exklusive Einblicke in die wichtigsten Themen, Aktivitäten und politischen Entwicklungen, die die Jagd und den Naturschutz in ganz Europa prägen.

 

In Brüssel hat FACE seine Arbeit an einer Reihe wichtiger Themen fortgesetzt, darunter Entwicklungen im Zusammenhang mit nachhaltiger Vogeljagd, dem Management großer Raubtiere, der Schusswaffen- und Munitionspolitik, der Gesundheit von Wildtieren und der Wiederherstellung von Lebensräumen.

 

Im März gab es auch auf internationaler Ebene bedeutende Entwicklungen in verschiedenen Politikbereichen. FACE beteiligte sich an einer Reihe von Diskussionen zu Jagd und Naturschutz in Europa im Rahmen des UN-Übereinkommens zur Erhaltung wandernder Tierarten in Brasilien. Dazu gehörten sowohl technische als auch hochrangige Gespräche mit Regierungsvertretern und Interessengruppen.

Wenn sich die Zukunft des Rebhuhns entscheidet

FAKTENCHECK der Woche

 

Seit 1980 ist der Bestand europaweit um 94 % zurückgegangen – durch intensive Landwirtschaft, Lebensraumverlust und Fressfeinde. In vielen Bundesländern gilt es bereits als ausgestorben.

Doch es gibt Hoffnung: Initiativen und engagierte Jägerinnen & Jäger schaffen neuen Lebensraum – mit Erfolg. In manchen Revieren ist der Bestand wieder stabil genug für nachhaltige Nutzung.

 

𝐴𝑟𝑡𝑒𝑛𝑠𝑐ℎ𝑢𝑡𝑧 𝑏𝑒𝑔𝑖𝑛𝑛𝑡 𝑖𝑚 𝐿𝑒𝑏𝑒𝑛𝑠𝑟𝑎𝑢𝑚.

 

Das Video ist über die Accounts der Steirischen Jagd auf Facebook und Instagram abrufbar.

Kurstipp: Naturwelten Erlebnisführung für Jäger und Jägerinnen

24. April 2026 | 14:00-17:00 Uhr | Naturwelten Steiermark

 

Die Naturwelten Steiermark laden Jägerinnen und Jäger zu einer besonderen Erlebnisführung ein: Werfen Sie einen exklusiven Blick hinter die Kulissen des Bildungshauses der steirischen Jägerschaft und entdecken Sie das vielseitige Outdoor-Erlebnisareal aus einer neuen Perspektive. In lockerer, humorvoller Atmosphäre und im Austausch mit Gleichgesinnten erleben Sie spannende Einblicke, frischen Wissenstransfer und echte Naturmomente!

Freie Kursplätze

Chance auf freie Plätze
 

Im April sind für folgende Kurse noch wenige Restplätze zu vergeben. 
Weitere Infos gibt´s unter www.naturwelten-steiermark.com und die Anmeldung zu den Kursen ist direkt online möglich:

    

Wildbestandsmanagement durch störungsarme Jagdstrategien
16.04.2026, 16:00-20:00 Uhr, Naturwelten Steiermark

 

Webinar: Anti-Jagdtraining beim Hund - besonders wichtig in Brut & Setzzeit

16.04.2026, 19:00-20:00 Uhr, online 

 

Gehorsam im Alltag - Hundetraining

17.04.2026, 15:00-19:00 Uhr, Naturwelten Steiermark

 

"Blick ins Revier" NIEDERWILD - St. Veit in der Südsteiermark
18.04.2026, 09:00-12:00 Uhr, St. Veit in der Südsteiermark

Das war unser "1x1 der Jagd für Kids" 

31. März 2026 | Naturwelten Steiermark

 

Mit viel Neugier und Begeisterung tauchten 16 Kinder beim Osterferienprogramm "1×1 der Jagd für Kids" in den Naturwelten Steiermark in die spannende Welt von Jagd, Wild und Natur ein. Spielerisch, praxisnah und mitten im Naturwelten Outdoorareal erlebten sie, wie wichtig ein verantwortungsvoller Umgang mit unserer Umwelt ist und was Jagd bedeutet. Der große Erfolg zeigt: Naturpädagogik, die bewegt und begeistert, bleibt im Gedächtnis. Gute Nachrichten für alle Interessierten – auch in den Herbstferien Ende Oktober gibt es wieder einen Termin!

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